Hypnose ist ein sehr altes psychisch-geistiges Heilverfahren, das seit den ersten schriftlichen Überlieferungen vor ca. 7000 Jahren bis heute in allen Kulturen zu finden ist. Dabei werden verschiedene Techniken eingesetzt, um eine Person in einen tiefen entspannten Bewusstseinszustand zu versetzen, der den Zugang zum Unterbewusstsein ermöglicht.
Der Hypnosezustand ist gekennzeichnet durch eine veränderte Aufmerksamkeit. Bildlich ausgedrückt könnte gesagt werden, dass das normale Alltagsbewusstsein wie in den Hintergrund zurück- oder beiseitetritt und parallel dazu der Zugang zum Unterbewusstsein mehr geöffnet wird. Damit einher gehen oft Entspannungsphänomene wie z. B. tiefere Atmung und ein angenehmes Ruhe-, Schwere- und Wärmegefühl. Im Kontakt mit dem Unbewussten können innere Bilder und damit verbundene Gefühle bewusst gemacht und verändert werden. In dem Maße wie dies geschieht, verändern sich auch die emotionalen Reaktionen darauf, was wiederum Einfluss auf die biochemischen Abläufe im Körper hat. So können mittels Hypnose z. B. unerwünschte Verhaltensmuster oder körperliche Beschwerden und Krankheiten positiv beeinflusst werden.
Damit KlientInnen sich auf den Vorgang der Hypnose einlassen können, ist ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit eine wichtige Voraussetzung; Musik kann zusätzlich unterstützend wirken. Welche Induktionstechniken zum Einleiten der Hypnose angewandt werden richtet sich nach den Fähigkeiten der TherapeutInnen und nach der Persönlichkeit der KlientInnen. Hypnose kann im Liegen und im Sitzen durchgeführt werden – wichtig ist einfach die Möglichkeit, sich entspannen zu können. Meist tritt der Entspannungszustand recht schnell ein, wenn keine bewussten oder unbewussten Widerstände dagegen stehen. Während ein leichter Hypnose- oder Entspannungszustand fast immer erreichbar und oftmals auch therapeutisch ausreichend ist, können unbewusste Widerstände das Tiefergehen verhindern.
Oft herrschen über die Hypnose völlig falsche Vorstellungen, die Angst auslösen. Daher ist es sinnvoll und notwendig, diese im ersten Gespräch unbedingt anzusprechen. Ein viel verbreiteter Irrtum besteht in dem Glauben vieler Menschen, dass sie unter der Hypnose „weg“ sein würden, also nichts mehr mitbekämen und dem Hypnotiseur somit ausgeliefert sein würden. Da die therapeutische Hypnose, so wie ich sie verwende, jedoch dazu dient, KlientInnen zu helfen, sich unbewusste Muster, Themen, Glaubenssätze und Erinnerungen bewusst zu machen, um diese verändern zu können, ist es also für den Erfolg sogar unbedingt notwendig, dass der Klient bzw. die Klientin „da“ ist – sonst könnte ihm/ihr ja nichts bewusst oder von ihm/ihr erinnert werden. Sie bekommen also alles mit, hören alles und sind immer so weit „da“, dass Sie die Hypnose auch jederzeit abbrechen könnten, wenn Sie dies wollten und es Ihnen aus irgendeinem Grund wichtig erschiene. Sie behalten vollkommen die Macht über sich selbst und niemand könnte etwas von Ihnen verlangen oder aus unbewussten Schichten abfragen, was Sie selbst nicht preisgeben wollten. Die Hypnose und was währenddessen geschieht ist immer von Ihrem Willen, Wollen und Einverständnis abhängig und es ist für viele Menschen beruhigend, dies zu wissen.